BVDW Start-up Forum: Gründerin Freya Oehle über spottster

Lucia Fernandez mit Freya Oehle von spottster im Interview beim BVDW Start-up Forum 2016

Im Rahmen des diesjährigen BVDW Start-up Forums, das am 13. September als Auftakt zur dmexco 2016 stattfand, sprachen wir mit Freya Oehle, Gründerin und Geschäftsführerin von spottster, über das Geschäftsmodell des Start-ups, die Start-up-Szene und ihre Erfahrungen als junge Gründerin.

spottster – der digitale Merkzettel

Mit spottster können Nutzer die Preisentwicklungen von Produkten aus Onlineshops beobachten. Dafür können sie eine Liste mit Wunschobjekten anlegen und diese sortieren. Wenn der Preis eines ausgewählten Produktes sinkt, benachrichtigt spottster seine Nutzer. Der Unterschied zu Online-Preisvergleichsportalen wie Idealo ist, dass spottster direkt am Touchpoint der Onlineshops positioniert ist. Durch die Kooperation mit zahlreichen Onlinehändlern kann der Kunde das Produkt direkt abspeichern, wenn er es im Shop sieht. Derzeit umfasst die Anzahl der Kooperationen rund 5.500 Partnershops von Amazon bis Zalando. spottster arbeitet in diesem Zusammenhang mit einem Affiliate-Modell, das sich bisher als sehr erfolgreich und lukrativ für das Unternehmen bewiesen hat.

So funktioniert spottster:

Social Media & Influencer als wichtigste Marketingkanäle für spottster

Als junges Unternehmen mit einem begrenzten Marketingbudget hat spottster seine Community und Nutzer vor allem über die sozialen Netzwerke und Influencer aufgebaut. Instagram und Facebook haben sich dabei als die Social Media Hauptkanäle etabliert, da dort viel Aufmerksamkeit erregt und somit zahlreiche Nutzer generiert werden konnten. Im Influencermarketing spielen nach wie vor Blogger eine entscheidende Rolle, die über spottster Produktlisten mit ihren Must-Haves zusammenstellen und diese in ihren Blog einbetten. Aber auch Empfehlungsmarketing ist an dieser Stelle ein wichtiger Aspekt. “Hier werden extrem gute Conversionrates im Vergleich zu Paid Marketing erzielt”, erklärt die Gründerin. Doch auch der Bereich PR und der intensive Austausch mit Journalisten spielt laut Freya Oehle für Start-ups eine wichtige Rolle.

Tipps für junge Gründerinnen und Gründer

Die Gründung eines Start-ups ist vor allem in der Anfangsphase herausfordernd. Das erste Investment sowie der Einsatz limitierter Geldressourcen und der Aufbau eines perfekt aufeinander abgestimmten Teams sind zentrale Meilensteine. Trotzdem bereut Freya Oehle ihre Entscheidung, zu gründen, nicht: “Es macht extrem viel Spaß, man lernt viel viel mehr als in jedem anderen Beruf.” Trotzdem rät sie jungen Gründern dazu, besonders am Anfang so viel wie möglich zu fragen und sich Tipps und Hilfe von anderen Start-ups und Gründern einzuholen. Diese können einem laut Freya Oehle wertvolle Tipps geben und Mut machen.

“Es gibt nicht den Grund: Ich gründe nicht, weil ich nicht weiß wie es geht. Das kann man lernen. Niemand von uns wusste das früher. Es ist die beste Zeit, die man haben kann.”

Freya Oehle – Gründerin und Geschäftsführerin von spottster

Freya Oehle hat spottster bereits im Alter von 23 Jahren als Start-up gegründet. Sie wurde im Jahr 2015 als eine von 6 Gewinnerinnen des VICTRESS Award für beeindruckende Frauen in Führungspositionen in der Kategorie “Digital” ausgezeichnet.

Nach ihrem sehr guten Abitur, studierte sie an der WHU und absolvierte verschiedene Praktika, unter anderem bei Pricewaterhouse Coopers und McKinsey. Anfang 2013 gründete sie gemeinsam mit ihrem WHU Kommilitonen Tobias Kempkensteffen die Vidiventi GmbH, im Herbst 2013 ging ihr Produkt spottster online. Die Idee für Spottster entwickelte sie während ihres Auslandssemesters an der Kellogg School of Management bei Chicago.

Im Rahmen des BVDW Start-up Forums hielt Freya Oehle einen Vortrag zum Thema „Perfect price discrimination – demand and supply meet in a digital world“ und nahm an einer Podiumsdiskussion zum Thema Innovation & Marktdurchdringung für Start-ups teil.

Wir bedanken uns für das Interview bei Freya Oehle und wünschen ihr weiterhin viel Erfolg mit spottster.