Liebe Kinder was wollt ihr wissen – fragFINN hat die Antwort

Lidia de Reese im Interview mit den Internet Innovators auf der media convention/re:publica 2015
Lidia de Reese im Interview mit den Internet Innovators auf der media convention/re:publica 2015

Google und Co. sorgen dafür, dass uns quasi kein Wissen mehr verborgen bleibt. Egal welchen Begriff wir in das Suchfenster eingeben: Ein Ergebnis erscheint eigentlich immer und manchmal sind selbst wir – als geübte Nutzer von Suchmaschinen – überfordert, wenn über 100.000 Ergebnisse zu einem Thema erscheinen. Wie also sollen Kinder mit der unglaublichen Vielfalt an Suchergebnissen umgehen, von denen zudem viele nicht für Kinderaugen bestimmt sind.

Der tägliche Umgang mit dem Internet und mit dem, was man hier finden kann, ist für viele Kinder heutzutage zur Selbstverständlichkeit geworden. Betrachtet man nur die Ergebnisse der KIM-Studie, die seit 15 Jahren unter der Leitung des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs) Daten zur Mediennutzung von Kindern zwischen 6 und 13 Jahren erhebt. So haben heute 98 Prozent der befragten Kinder die Möglichkeit Zuhause das Internet zu nutzen und bereits ein Viertel der 6 bis 7-Jährigen haben erste Erfahrungen bei Surfen im Netz gesammelt. Bei Kindern zwischen 8 und 9 Jahren sind es schon über die Hälfte und ab 10 Jahren hat heute so gut wie jedes Kind (93 Prozent) das Internet schon einmal genutzt. Im Vergleich zu den Jahren davor ist dabei vor allem die Dauer und die Häufigkeit der Nutzung angestiegen. Nutzten 2010 nur 26 Prozent das Internet täglich, sind es 2014 bereits 40 Prozent

KIM-Studie (Quelle: http://www.mpfs.de/fileadmin/KIM-pdf14/KIM14.pdf, S.35)

KIM-Studie (Quelle: http://www.mpfs.de/fileadmin/KIM-pdf14/KIM14.pdf, S.35)

Facebooken, Chatten, Spielen und spannende Inhalte für die Schule finden. All das gehört beim Surfen im Internet für Kinder dazu. Um Antworten auf all ihre Fragen zu finden nutzen dabei über 70 Prozent der in der KIM-Studie befragten Jungen und Mädchen Suchmaschinen wie Google und Co. Beim freien und unangeleiteten Suchen kommt es dabei aber nicht selten vor, dass Kinder Inhalte finden, die nicht angemessen für ihr Alter sind. Deshalb wurde fragFINN – zuerst angelegt als ein zeitlich begrenztes Projekt auf drei Jahre – unter dem Dach der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) e.V. gegründet. Die „Kindersuchmaschine“ fragFINN bietet einen speziell für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren sicheren Such- und Surfraum. Das heißt, hier werden nur Internetseiten in der Suche berücksichtigt und angezeigt, die von Medienpädagog(inn)en redaktionell geprüft und als für Kinder unbedenklich eingestuft wurden.

Das Ziel von fragFINN ist es aber nicht nur, Kinder bei der Suche nach für sie spannende Inhalte zu unterstützen. Darüber hinaus geht es fragFINN auch darum, über die Risiken bei der Nutzung des World Wide Web aufzuklären und so langfristig die Medienkompetenz von Kindern zu verbessern. Und das nicht zuletzt, weil heute weitgehend Einigkeit darüber besteht, dass Medienkompetenz in der Mediengesellschaft, in der wir leben, eine wichtige Grundlage des Zugangs zu Wissen und Information darstellt.

Die erfolgreiche Arbeit von fragFINN führte letztendlich dazu, dass noch vor Ende des zweiten Projektjahres entschieden wurde, dass fragFINN bestehen bleiben. So gründete sich im November 2009 dann der eigenständige fragFinn e.V., der sich auch künftig dem Jugendmedienschutz, der Stärkung der Medienkompetenz von Kindern und der Verbesserung des Zugangs zu qualitativ hochwertigen Internetangeboten für Kinder annehmen soll. Getragen und finanziert wird der nun eigenständige Verein von namenhaften Unternehmen und Verbänden der Telekommunikations-, Internet- und Medienbranche.

Wie aber werden Kinder auf fragFINN aufmerksam? Vor welchen Gefahren müssen Kinder im Netz geschützt werden? Und: Nach was suchen Kinder eigentlich online? All das erfahrt ihr im Video mit Lidia de Reese, die sich als Medienpädagogin bei der „Kindersuchmaschine“ primär der fragFINN-Whitelist – der Liste sicherer Internetseiten für Kinder – annimmt.

Viel Spaß beim Anschauen.

Quelle:

http://www.fragfinn.de/kinderliste/eltern/verein/ein-netz-fuer-kinder.html
http://www.fragfinn.de/kinderliste/eltern/information.html
http://www.mpfs.de/fileadmin/KIM-pdf14/KIM14.pdf