Multimediales Storytelling – Das muss Journalismus in Zukunft können

Pauline Tillman über multimediales Storytelling beim Stuttgarter Medienkongress 2017

Pauline Tillmann ist erfahrene Journalistin und Gründerin ihres eigenen Medien-Startups – eine wahre „Macherin“. Beim Stuttgarter Medien Kongress 2017 hat sie über das Thema crossmediales Storytelling berichtet.  Im Interview mit den Internet Innovators erzählt sie, auf was Journalisten Wert legen sollten, auf was es in Zukunft ankommt und gibt darüber hinaus einen Überblick in die Gründerwelt.

Was bedeutet es, als multimediale Journalisten zu arbeiten?

„Das man nicht nur ein Medium bedienen kann. Natürlich muss man nicht alles gleichzeitig können, aber muss die unterschiedliche Formen beherrschen.“

Einerseits kann man sagen, dass multimediales Arbeiten wirtschaftlichen attraktiver ist. Andererseits hat man viele neue Möglichkeiten, um eine Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln zu erzählen.

Welche Eigenschaften haben klassische „Macherinnen“ im digitalen Umfeld?

Stichwort Experimentierfreude: „dass man keine Angst vor dem Scheitern hat: Es geht also quasi immer um Trial and Error.“

Frau Tillmann nennt ihr eigenes Startup – Deine Korrespondentin – ein „Experimentierlabor“, bei dem sie einfach unterschiedliche Geschäftsmodelle probiert hat. Im Mai 2015 hat sie das digitale Magazin mithilfe von Crowdfunding gegründet.

„Da ist natürlich Crowdfunding eine wunderbare Möglichkeit. Für uns ist es bis heute ein ganz wichtiges Standbein für die Finanzierung.“

Qualität setzt sich durch

Fragen wie “Was ist zukünftig beruflich gefragt?” oder “Hat Qualitätsjournalismus noch eine Chance?” sieht Pauline Tillmann positiv. Es gibt nach wie vor ein Publikum, dass auf gute Inhalte großen Wert legt. Ein Beispiel:

„Wenn wir uns anschauen, was z.B. in den USA gerade passiert: Die Auflage der  New York Times wächst, was jahrzehntelang nicht passiert ist. Daran sehen wir ganz deutlich, dass die Leute gut recherchierte Geschichte lesen wollen.“

Als Auslandskorrespondentin und Expertin für Multimediales Storytelling hat sie einen wichtigen Hinweis für digitale Journalisten, die sich gerade überlegen, ein Medien-Startup zu gründen:

„Es sollte ein Thema sein, für das man brennt. Es ist ganz wichtig, dass man Content erstellt, von dem man überzeugt ist und von dem man auch Ahnung hat.“

Laut Frau Tillmann ist vor allem wichtig, dass man von Anfang an weiß, was das eigene  Alleinstellungsmerkmal ist und wodurch man sich von den vielen anderen unterscheiden kann.

Über “Deine Korrespondentin”

Deine Korrespondentin ist kein Blog, sondern ein digitales Magazin. Darauf legt Frau Tillmann viel Wert. Die verschiedenen Korrespondentinnen produzieren „Qualitätsinhalte“ wie Reportagen, Podcasts oder eine Korrespondentin-Kette – ein Thema, das aus unterschiedlichen Ländern beleuchtet wird.

„Wir sind 10 Korrespondentinnen, die über starke Frauen weltweit berichten. Die Korrespondentinnen sind weltweit verteilt in Indien, Chile oder Afghanistan. Wir versuchen dabei die Korrespondentin nahbar und authentisch zu machen, quasi einfach den Menschen hinter der Reporterin aufzuzeigen. Ich glaube das wird immer wichtiger.“

Mehr über „Deine Korrespondentin“ erfahren Sie hier: http://www.deine-korrespondentin.de