YouTube, Snapchat & Co: 4 Tipps für erfolgreiche Online Video-Formate

Bertram Kugel im Interview mit den Internet Innovators
Im Gespräch mit Bertram Gugel bei dem Stuttgarter Medienkongress 2016.

Die Nutzung von Online Videos in Deutschland nahm laut dem Web-TV Monitor im Jahr 2015 um ganze 80 Prozent zu. Parallel hierzu wächst die Anzahl der Unternehmen, die sich diesen Trend zu Nutzen machen wollen: von Snapchat über Periscope bis hin zu Musical.ly. Bertram Gugel, Blogger und Experte im Bereich digitaler Film, hat uns verraten, wie es Unternehmen gelingen kann, erfolgreiche Online Video-Formate zu schaffen.

Video – Der Fels in der Informations-Brandung

In der heutigen Informationsflut nimmt das Bewegtbild eine Sonderstellung ein. Wie kaum ein anderes Medium schafft es das Video, in kürzester Zeit einen enormen Umfang an Informationen zu vermitteln. Glaubt man dem Sprichwort „Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte“, kann eine Minute Video-Content bis zu 1.8 Millionen Wörtern entsprechen. Gleichzeitig kann unsere Aufmerksamkeit durch die audiovisuellen Reize besonders effektiv gefesselt werden. Das liegt daran, dass unser Gehirn in der Verarbeitung visueller Reize Experte ist: Schließlich sind ganze 90% der alltäglichen Informationen, die unser Gehirn verarbeiten muss, visuell.

Diese Vorzüge machen sich jetzt in den sozialen Netzwerken bemerkbar: Laut einer Studie von Social Bakers ist die organische Reichweite von Video-Posts auf Facebook 135% größer als bei Posts ohne Video. Bereits Ende 2015 konnte Facebook täglich 8 Milliarden Online Video-Abrufe verbuchen und somit die Abrufe aus dem Vorjahr verdoppeln. Bei diesem positiven Trend ist es kein Wunder, dass Content-Riesen wie Facebook und Instagram im Jahr 2016 mit Hochdruck daran arbeiteten, die Einbindung von Videos auf den Plattformen voranzutreiben.

Der Video-Boom: Neue Plattformen & Nutzungskontexte

Dass das Medium Film bestens dazu geeignet ist, Markenwelten wirkungsvoll und emotional zu vermitteln, ist für Unternehmen nichts Neues. Die Verbreitung von Video-Content hat sich jedoch seit der Anfangszeit des Internets stark verändert. Die Nutzungsdauer von Online Videos nimmt zwar kontinuierlich zu, verteilt sich aber auf immer neue Plattformen, die unterschiedliche Nutzungsbedürfnisse stillen.

Facebook macht das Entdecken von Content möglich, Snapchat deckt den kommunikativen Bereich ab und Musical.ly die spielerische Musik-Sparte. Auch YouTube, die Mutter der Online Videos, hat sich durch dieses kompetitive Umfeld stark verändert. Der kommerzielle Einfluss wird immer stärker und die Chance, als kleiner Kanal Beachtung zu finden, immer geringer. Für Unternehmen stehen die Chancen laut Bertram Gugel dennoch gut, mit einem wohldurchdachten Video-Format Erfolg zu haben.

4 Tipps für den Aufbau eines erfolgreichen Online Video-Formats

 

  1. Markenpositionierung & Content mit echtem Mehrwert
    Gugels erster Tip für erfolgreichen Video-Content ist das Finden eines Themas, das nicht nur eine hohe Relevanz für die Zielgruppe hat, sondern gleichzeitig glaubhaft von der Marke besetzt werden kann. Die Videos müssen zudem einen deutlichen Mehrwert bieten – sei es ein Service durch Erklär- oder Produktvideos oder einfach gute Unterhaltung. Genau wie das Kernthema sollte dieser Mehrwert auf die bestehende Markenstrategie abgestimmt werden.
  1. Langfristiges Commitment
    Bei dem Schaffen eines erfolgreichen Video-Formats müssen Unternehmen langfristig planen und das Denken in Kampagnen ablegen. Eine Video-Frequenz von einem Video pro Woche reicht mittlerweile laut Gugel kaum mehr aus, um als Kanal auf YouTube Beachtung zu finden.
  1. Kreative Distributionsansätze
    Hatte YouTube zur Anfangszeit noch eine Monopolstellung und einen starken Community-Charakter, so hat sie sich die Plattform mittlerweile immer mehr zu einem Traffic-Endpunkt entwickelt. Die virale Verbreitung von Videos wird dagegen auf anderen Plattformen wie Twitter oder Facebook vorangetrieben. Diese Entwicklung kann zum einen auf den YouTube-Algorithmus zurückgeführt werden, der bereits bekannte Kanäle stark bevorzugt, und zum anderen auf den Suchmaschinen-Charakter der Plattform, der voraussetzt, dass Nutzer genau wissen, wonach sie suchen. Um ein Video-Format bekannt zu machen, sollte der entsprechende Content daher auf den Social Media Plattformen Verbreitung finden, auf denen sich die Zielgruppe aufhält. Weitere Tips für das Erstellen von Video-Content speziell für Social-Media finden Sie hier.
  1. Zusammenarbeit mit Influencern
    50% der Videoaufrufe auf YouTube verteilen sich in Deutschland auf die Top-100 der Kanäle. Kooperationen mit bereits bekannten Influencern sind daher mittlerweile fast ein Muss, um einen neuen Kanal bekannt zu machen. Daher ist die Zusammenarbeit mit Influencern laut Bertram Gugel für Unternehmen auch eine sinnvolle Alternative zum Aufbau eines eigenen Kanals.

Bertram Gugel: Experte für digitalen Film

Seit über zehn Jahren spricht Bertram Gugel auf seinem Blog Gugelproductions über aktuelle Trends im Bereich digitaler Film: von der Entwicklung des Video-Riesens YouTube über das Aufkommen von Social TV bis zu Snapchat, Periscope & Co – den neuesten Playern im Bereich Online Video. Als unabhängiger Berater hilft Gugel Unternehmen außerdem dabei, Strategien und Konzepte für erfolgreiche Online-Video-Kampagnen zu entwickeln.

 

Quellen:

http://www.goldmedia.com/blog/2016/01/onlinevideo-nutzung-waechst-schnell-web-tv-monitor-2015-praesentiert/

http://simpleshow.com/de-de/warum-ein-erklaervideo-mehr-sagt-als-18-millionen-worte/

http://www.absatzwirtschaft.de/top-5-facebook-video-statistiken-fuer-das-jahr-2016-85645/

https://techcrunch.com/2016/01/27/facebook-earnings-q4-2015/

http://www.absatzwirtschaft.de/top-5-facebook-video-statistiken-fuer-das-jahr-2016-85645/